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Neue Ausstellung im KSI:EXIL – Die verschollene Generation 1933 - 1945

Ausstellung vom 26. Januar bis zum 6. April 2025 im Katholisch-Sozialen Institut und im Stadtmuseum Siegburg.
Exilkunst im KSI
Datum:
29. Jan. 2025
Von:
Andreas Kaul

Die Diktatur des Nationalsozialismus 1933-1945 zwang rund eine halbe Million Menschen ins Exil, darunter etwa 10.000 Kulturschaffende aus Bildender Kunst, Literatur, Musik, Theater, Film. Einzelne Künstlerpersönlichkeiten wie Thomas Mann, Walter Gropius oder Max Beckmann gehören zum allgemein bekannten Kultur-Kanon. Die Mehrheit der vertriebenen und exilierten Künstler jedoch verlor ihre Lebensgrundlage und berufliche Existenz und konnte auch nach dem Zweiten Weltkrieg nicht an ihre künstlerische Laufbahn anknüpfen. Die meisten blieben auch in der neuen Heimat dauerhaft fremd.

Die Ausstellung mit Werken aus der Sammlung MEMORIA Thomas B. Schumann möchte, verbunden mit einem vielfältigen Rahmenprogramm, auf das Thema der in Vergessenheit geratenen Exil-Künstler:innen aufmerksam machen und diese wieder im kollektiven Bewusstsein verankern.

Dabei ist Thomas B. Schumann durchaus bewusst, dass es sich nicht ausschließlich um Meisterwerke

handeln kann, sondern mitunter auch um künstlerische Dokumente; gerade diese Mischung aus Meisterwerken und Dokumenten macht das Spezifikum der Exil-Sammlung MEMORIA aus. Sie umfasst inzwischen mehrere tausend Manuskripte und Bücher und etwa 900 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen, von denen in der Siegburger Ausstellung ein Querschnitt gezeigt wird: etwa 60 Werke aus 45 Positionen der Gattungen Landschaft und Stillleben im Stadtmuseum, etwa 30 Werke aus 25 Positionen zu Portraits und Menschenbildern im Katholisch-Sozialen Institut, sowie einige (zum Teil

von der Edition MEMORIA publizierte) Bücher in der Stadtbibliothek.

Zu sehen sind anrührende Portraits, stimmungsvolle Landschaften, unverfängliche Stillleben. Doch oft scheint in der Farbigkeit und hinter den Motiven – wie zwischen den Zeilen – eine Melancholie und

Tristesse auf, die vom erlittenen Schicksal jenseits der Leinwand oder dem Papier zeugt.